Der Siemens Multistix 10 SG liefert den kompletten Urinstatus mit einem Streifen: Leukozyten, Nitrit, Protein und Blut für Harnwege und Nieren, Glukose und Keton für den Stoffwechsel, Bilirubin und Urobilinogen als Hinweis auf Leber und Galle, dazu pH-Wert und spezifisches Gewicht. Ist der Befund unauffällig, erübrigen sich laut Siemens oft aufwendigere Untersuchungen wie Sediment oder Harnkultur.
Das spezifische Gewicht zeigt, wie konzentriert der Urin ist, und hilft, die übrigen Felder richtig einzuordnen und Verdünnungsfehler zu erkennen. Die Ascorbinsäure-Stabilisierung beugt Fehlmessungen durch Vitamin C vor, sodass empfindliche Felder wie Blut und Glukose meist nicht nachgetestet werden müssen. Die Streifen sind kürzer und biegsamer als andere und lassen sich auch in kleine Probenmengen eintauchen.
Ausgewertet wird visuell an der Farbskala der Dose oder instrumentell mit CLINITEK-Geräten wie dem CLINITEK Status und dem CLINITEK Advantus. Die Dose mit 100 Teststreifen wird bei Raumtemperatur gelagert und passt zu Praxen, Kliniken und Laboren mit regelmäßigem Bedarf.
| Produkttyp | Harnteststreifen zur semiquantitativen Bestimmung |
| Parameter | Glukose, Bilirubin, Keton, spezifisches Gewicht, Blut, pH, Protein, Urobilinogen, Nitrit, Leukozyten |
| Probenmaterial | Frischer, gut gemischter Urin |
| Probenstabilität | Innerhalb von 2 Stunden testen, für Bilirubin und Urobilinogen früher; sonst sofort kühlen |
| Ablesezeit | Je Testfeld laut Dosenetikett, 30 bis 120 Sekunden |
| Auswertung | Visuell anhand der Farbskala auf der Dose oder instrumentell |
| Kompatible Geräte | CLINITEK-Geräte mit passender Software, z. B. CLINITEK Status und CLINITEK Advantus |
| Lagerung | 15–30 °C, nicht in direktem Sonnenlicht; Trockenmittel in der Dose belassen |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| Packungsinhalt | 100 Teststreifen in der Dose |
| Kennzeichnung | In-vitro-Diagnostikum, CE-gekennzeichnet |
| Hersteller | Siemens Healthcare Diagnostics Inc., Tarrytown, USA (Siemens Healthineers) |
| Parameter | Hinweis auf | Empfindlichkeit bzw. Bereich laut Hersteller |
| Leukozyten | Entzündung im Harntrakt | 5–15 Zellen pro Gesichtsfeld |
| Nitrit | Nitritbildende Bakterien | 13–22 µmol/l |
| Protein | Nierenerkrankung | 0,15–0,3 g/l Albumin |
| Blut | Erkrankungen von Nieren und Harnwegen | 150–620 µg/l Hämoglobin |
| Glukose | Diabetes mellitus | 4–7 mmol/l |
| Keton | Stoffwechselentgleisung, Fasten | 0,5–1,0 mmol/l Acetessigsäure |
| Bilirubin | Erkrankungen von Leber und Gallenwegen | 7–14 µmol/l |
| Urobilinogen | Leberfunktion, gesteigerter Blutabbau | Ab 3,2 µmol/l |
| pH-Wert | Säure-Basen-Lage des Urins | 5–8,5 visuell, 5–9 instrumentell |
| Spezifisches Gewicht | Harnkonzentration | 1,000–1,030 |
Maßgeblich sind die Packungsbeilage und das Dosenetikett des Herstellers.
Der Multistix 10 SG hat zusätzlich die Felder Bilirubin und Urobilinogen und gibt damit Hinweise auf Erkrankungen von Leber und Gallenwegen. Wer diese beiden Parameter nicht braucht, kommt mit dem Multistix 8 SG aus. Für Kliniken, internistische Praxen und Labore mit breitem Spektrum ist der 10 SG der Standardstreifen.
Ja. Die Felder werden an der Farbskala auf der Dose abgelesen und liefern semiquantitative Ergebnisse. Die Auswertung mit einem CLINITEK-Gerät ist eine Option für Praxen, die das Ablesen standardisieren und dokumentieren möchten.
Innerhalb von zwei Stunden, für Bilirubin und Urobilinogen möglichst früher, weil beide im stehenden Urin abnehmen. Ist das nicht möglich, wird die Probe sofort gekühlt und vor dem Test wieder auf Raumtemperatur gebracht.
Falsch negative Ergebnisse sind laut Hersteller möglich, wenn der Urin weniger als vier Stunden in der Blase war, wenn die Nahrung kein Nitrat enthielt oder wenn die Erreger kein Nitrit bilden. Rosa Flecken oder Ränder gelten nicht als positiv. Das Feld wird zusammen mit Leukozyten und Beschwerden bewertet.
Das Proteinfeld reagiert vor allem auf Albumin; Globuline und Mukoproteine erfasst es erst bei höheren Konzentrationen. Das Blutfeld kann durch Hypochlorit-Reste und bakterielle Peroxidase falsch positiv, durch Captopril schwächer ausfallen. Hohe Glukosewerte und Antibiotika wie Cephalexin oder Tetracyclin können das Leukozytenfeld abschwächen. Das Ketonfeld erfasst Acetessigsäure, nicht aber Aceton und Beta-Hydroxybuttersäure.
Vitamin C im Urin kann Farbreaktionen auf Teststreifen abschwächen. Siemens gibt an, dass die Stabilisierung solchen Fehlmessungen vorbeugt und Blut und Glukose meist nicht nachgetestet werden müssen. Laut Packungsbeilage haben im Harn übliche Ascorbinsäure-Konzentrationen keinen Einfluss auf die Tests.
Dieses Produkt ist ausschließlich für die Nutzung in der professionellen In‑vitro‑Diagnostik vorgesehen. Die Durchführung und Interpretation des Tests erfolgt durch medizinisches Fachpersonal oder durch eine ärztlich autorisierte Person. Eine Anwendung im häuslichen Umfeld ist nur unter ärztlicher Anleitung zulässig. Eine eigenständige Nutzung durch medizinische Laien ohne fachliche Anleitung ist nicht vorgesehen.
