Der Servotest Albucreal II von Servoprax ermöglicht die gleichzeitige semiquantitative Bestimmung von Mikro-Albumin und Kreatinin in einer Urinprobe. Die Kombination beider Parameter erlaubt eine orientierende Einschätzung des Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) – einem leitlinienrelevanten Marker zur Früherkennung und Verlaufskontrolle nephrologischer Komplikationen bei Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie und chronischer Nierenerkrankung. Die Auswertung erfolgt visuell anhand der Referenzfarbskala oder automatisiert mit kompatiblen Servotest Readern.
Der entscheidende Vorteil gegenüber einer reinen Albumin-Einzelmessung liegt in der Kreatinin-Korrektur: Da die Albumin-Konzentration im Urin stark von der Trinkmenge und der Urinverdünnung abhängt, erlaubt erst das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin eine reproduzierbare Einschätzung der tatsächlichen Albuminausscheidung – ohne aufwendige 24-Stunden-Sammelurinanalyse. Das Ergebnis liegt nach 60 Sekunden vor.
Die Teststreifen sind CE-IVD-zertifiziert und RiliBÄK-konform. Sie eignen sich für Arztpraxen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Labore und sind ausschließlich für den professionellen Einsatz durch medizinisches Fachpersonal bestimmt.
| Produktname | Servotest® Albucreal II |
| Hersteller | Servoprax GmbH |
| Nachweisparameter | Mikro-Albumin, Kreatinin |
| Probenmatrix | Humaner Urin (Spontan- oder Morgenurin) |
| Ablesezeit | 60 Sekunden |
| Auswertung | Visuell (Farbskala) oder instrumentell (Servotest Reader / One Strip Reader) |
| Regulatorik | CE-IVD, RiliBÄK konform |
| Lagerung | 2–30 °C, trocken, lichtgeschützt |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| Packungsgröße | 25 Teststreifen im Trockenmittel-Röhrchen |
| Lieferumfang | 25 Teststreifen, Referenzfarbskala, Gebrauchsanweisung |
| Zweckbestimmung | Nur zur professionellen In-vitro-Diagnostik |
| Parameter | Messbereich | Farbstufen (ca.) |
| Mikro-Albumin | 10–200 mg/L | neg., 10, 30, 80, ≥ 200 mg/L |
| Kreatinin | 10–300 mg/dL | neg., 10, 50, 100, 300 mg/dL |
| ACR-Kategorie | Wert | Orientierung* |
| Normal | < 30 mg/g Kreatinin | Keine Mikroalbuminurie |
| Mikroalbuminurie | 30–300 mg/g Kreatinin | Erhöhtes Risiko, Verlaufskontrolle empfohlen |
| Makroalbuminurie | > 300 mg/g Kreatinin | Weiterführende Diagnostik erforderlich |
*Orientierungswerte gemäß KDIGO-Leitlinien; Diagnoseentscheidungen stets in Verbindung mit klinischen Befunden und ärztlicher Beurteilung treffen.
Nur zur In-vitro-Diagnostik. Bei auffälligen Ergebnissen ist eine Kontrollmessung an einem anderen Tag und ggf. eine quantitative Laboranalyse zu veranlassen.
Die Albumin-Konzentration im Urin schwankt erheblich je nach Trinkmenge und Urinverdünnung. Ein verdünnter Urin kann trotz erhöhter Albuminausscheidung einen unauffälligen Konzentrationswert zeigen – und umgekehrt. Erst der Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR) rechnet diesen Verdünnungseffekt heraus und ermöglicht eine verlässliche orientierende Einschätzung aus einer einzigen Spontanurinprobe, ohne dass ein aufwendiger 24-Stunden-Sammelurin erforderlich ist.
Ja. Körperliche Belastung, Fieber, akute Infektionen und Harnwegsinfektionen können die Albumin-Ausscheidung vorübergehend erhöhen und zu falsch-positiven Befunden führen. Ein einzelner auffälliger ACR-Wert ist daher nicht diagnostisch verwertbar. Leitliniengemäß sollte der erhöhte Wert an zwei weiteren Messtagen innerhalb von drei Monaten bestätigt werden, bevor eine Diagnose gestellt wird.
Die Farbskala deckt die klinisch relevanten Konzentrationsbereiche ab und ist für Screening und Verlaufskontrolle ausreichend genau. Für eine exakte Quantifizierung – etwa im Rahmen einer nephrologischen Therapiesteuerung – ist eine quantitative Laboranalyse (Nephelometrie, Turbidimetrie) erforderlich.
Leitliniengemäß empfohlen wird ein jährliches ACR-Screening bei Typ-2-Diabetes-Patienten sowie bei Typ-1-Diabetes ab dem fünften Jahr nach Diagnosestellung. Ebenfalls indiziert bei arterieller Hypertonie, bekannter chronischer Nierenerkrankung und Immunerkrankungen, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können. Auch in der Schwangerschaft kann ein erhöhter ACR-Wert ein frühes Zeichen einer Präeklampsie sein.
Nein. Ein sauberer Urinbecher, eine Stoppuhr und ausreichend Umgebungslicht genügen für die visuelle Auswertung. Optional kann ein kompatibler Servotest Reader oder One Strip Reader eingesetzt werden, der die Objektivität der Auswertung erhöht und eine automatische Dokumentation der Ergebnisse ermöglicht.
(Nur zur Nutzung in der professionellen In-vitro-Diagnostik vorgesehen. Nur für medizinisches Fachpersonal oder vom Arzt autorisierte Personen zu verwenden.)
Dieses Produkt ist ausschließlich für die Nutzung in der professionellen In‑vitro‑Diagnostik vorgesehen. Die Durchführung und Interpretation des Tests erfolgt durch medizinisches Fachpersonal oder durch eine ärztlich autorisierte Person. Eine Anwendung im häuslichen Umfeld ist nur unter ärztlicher Anleitung zulässig. Eine eigenständige Nutzung durch medizinische Laien ohne fachliche Anleitung ist nicht vorgesehen.
