Siemens Microalbustix ist der einzige semiquantitative Urinteststreifen, der in einem einzigen Test drei Parameter gleichzeitig bestimmt: Albumin, Kreatinin und den daraus abgeleiteten Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR). Dieser Quotient ist heute der von Leitlinien bevorzugte Parameter für das Screening auf Mikroalbuminurie – denn er gleicht Verdünnungseffekte durch unterschiedliche Trinkmenge oder Urinkonzentration automatisch aus, ohne dass ein 24-Stunden-Sammelurin erforderlich ist.
Hintergrund: Die alleinige Messung der Albumin-Konzentration im Urin ist störanfällig – ein stark verdünnter Urin nach viel Trinken liefert niedrigere Werte, obwohl die tatsächliche Albuminausscheidung unverändert sein kann. Kreatinin wird in annähernd konstanter Menge täglich ausgeschieden und dient daher als verlässliche Bezugsgröße. Indem das Albumin ins Verhältnis zum Kreatinin gesetzt wird, entsteht ein von der Urinkonzentration weitgehend unabhängiger Wert – der ACR. Microalbustix ermöglicht genau diese Berechnung direkt am Point-of-Care, visuell und ohne Analysegerät, innerhalb von 60 bis 120 Sekunden.
Die drei ACR-Kategorien (<30 mg/g / 30–300 mg/g / >300 mg/g) entsprechen den internationalen KDIGO-Leitlinien zur Klassifikation der Albuminurie und unterstützen die orientierende Einschätzung der Nierenfunktion bei Patienten mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder metabolischem Syndrom. Der Test ist ausschließlich für den professionellen Einsatz durch medizinisches Fachpersonal vorgesehen.
| Produktname | Siemens Microalbustix |
| Hersteller | Siemens Healthineers (Forchheim, Deutschland) |
| Zweckbestimmung | Semiquantitative Bestimmung von Albumin und Kreatinin sowie Ableitung des ACR im Urin |
| Parameter | Albumin, Kreatinin, Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR) |
| Messbereich Albumin | 0 – >200 mg/l |
| Messbereich Kreatinin | 0,9 – >5,8 mmol/l |
| ACR-Kategorien | <30 mg/g (normal) · 30–300 mg/g (Mikroalbuminurie) · >300 mg/g (Makroalbuminurie) |
| Reaktionszeit | 60 Sekunden (Kreatinin) / 120 Sekunden (Albumin) |
| Auswertung | Visuell anhand Farbskala auf der Dose – kein Analysegerät erforderlich |
| Packungsgröße | 25 Teststreifen |
| Sterilität | Nicht steril, Einmalartikel |
| Lagerung | 15–30 °C, trocken, Dose nach Entnahme sofort verschließen |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| MDR-Risikoklasse | IVD – andere |
| CE-Kennzeichnung | CE 0123 |
| Artikelnummer | 4960872 |
| EAN | 0630414985008 |
| Parameter | Funktion im Test | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| Albumin | Nachweis von Eiweiß im Urin | Im gesunden Urin kaum vorhanden. Erhöhte Werte können auf eine Nierenschädigung hinweisen – früher Marker für diabetische oder hypertensive Nephropathie. |
| Kreatinin | Bezugsgröße für die Urinkonzentration | Wird in annähernd konstanter Menge ausgeschieden. Gleicht Verdünnungseffekte durch Trinkmenge oder Tageszeit aus – macht den ACR verlässlich. |
| ACR (Albumin-Kreatinin-Quotient) | Verhältnis von Albumin zu Kreatinin | <30 mg/g: normal · 30–300 mg/g: Mikroalbuminurie (frühe Nierenschädigung) · >300 mg/g: Makroalbuminurie (ausgeprägte Nierenschädigung). Entspricht den KDIGO-Leitlinien. |
Hinweise: Testdurchführung bei 15–30 °C. Nur zur In-vitro-Diagnostik. Intensive körperliche Belastung am Vortag vermeiden – sie kann die Albuminausscheidung vorübergehend erhöhen. Bei grenzwertigen Ergebnissen Testung mit einer zweiten Probe wiederholen.
Die alleinige Albumin-Konzentration im Urin schwankt je nach Trinkmenge und Tageszeit erheblich – wer viel getrunken hat, hat verdünnten Urin mit niedrigeren Werten, obwohl die tatsächliche Albuminausscheidung gleich geblieben ist. Diese Fehlerquelle wird durch den ACR beseitigt: Da Kreatinin in annähernd konstanter Menge täglich ausgeschieden wird, dient es als Bezugsgröße. Der ACR macht Ergebnisse vom Zeitpunkt der Probenentnahme und von der Trinkmenge weitgehend unabhängig – Studien zeigen, dass er dem aufwändigeren 24-Stunden-Sammelurin in seiner Aussagekraft vergleichbar ist. Die KDIGO-Leitlinien empfehlen daher ausdrücklich den ACR als bevorzugten Screening-Parameter.
Ein ACR unter 30 mg/g gilt als normal. Ein ACR zwischen 30 und 300 mg/g zeigt eine Mikroalbuminurie an – ein frühes Zeichen einer beginnenden Nierenschädigung, das bei richtiger Behandlung noch reversibel sein kann. Ein ACR über 300 mg/g entspricht einer Makroalbuminurie und weist auf eine bereits ausgeprägte Nierenschädigung hin, die mit einem deutlich erhöhten Risiko für das Fortschreiten zur chronischen Niereninsuffizienz und für kardiovaskuläre Ereignisse verbunden ist. Alle drei Kategorien entsprechen den aktuellen Klassifikationsstufen A1, A2 und A3 der KDIGO-Leitlinien.
Leitlinien empfehlen das jährliche ACR-Screening insbesondere für Patienten mit Typ-2-Diabetes ab Diagnosestellung, Patienten mit Typ-1-Diabetes ab dem 5. Jahr nach Diagnose sowie für alle Patienten mit arterieller Hypertonie. Schätzungsweise 35 % aller Diabetiker entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine Niereninsuffizienz – eine frühzeitige Erkennung durch regelmäßiges ACR-Screening kann die Progression in vielen Fällen verlangsamen oder aufhalten. Auch beim metabolischen Syndrom und als kardiovaskulärer Risikomarker ist der ACR klinisch relevant.
Beide Tests dienen der Früherkennung von Mikroalbuminurie, unterscheiden sich aber grundlegend im Testprinzip und im Ergebnis. Der Micral-Test (Roche) nutzt ein immunologisches Verfahren und misst ausschließlich Albumin – er liefert eine semiquantitative Albumin-Konzentration (0 / 20 / 50 / 100 mg/l) und erfordert Kühllagerung bei 2–8 °C. Microalbustix (Siemens) misst zusätzlich Kreatinin und berechnet daraus den ACR – der klinisch aussagekräftigere Parameter, da er Verdünnungseffekte ausgleicht. Zudem ist Microalbustix bei Raumtemperatur (15–30 °C) lagerbar. Der ACR-basierte Ansatz ist leitlinienkonformer für das Screening und die Verlaufskontrolle.
Nein. Erhöhte ACR-Werte können durch vorübergehende Faktoren wie intensive körperliche Belastung, Harnwegsinfekte, Fieber oder akute Erkrankungen verursacht werden, ohne dass eine dauerhaft veränderte Nierenfunktion vorliegt. Zur Diagnose einer persistierenden Mikroalbuminurie sind mindestens zwei erhöhte Ergebnisse aus drei Proben innerhalb von 3–6 Monaten erforderlich. Ein auffälliger Befund sollte daher immer zeitversetzt wiederholt und durch das behandelnde Fachpersonal eingeordnet werden.
Intensive körperliche Belastung am Vortag kann die Albuminausscheidung vorübergehend erhöhen und zu falsch positiven Ergebnissen führen. Eine Harnwegsinfektion kann ebenfalls zu erhöhten Albumin-Werten führen und sollte vor der Interpretation ausgeschlossen werden. Stark muskulöse Personen scheiden mehr Kreatinin aus, was den ACR-Wert nach unten verfälschen kann; bei sehr schlanken oder älteren Personen ist das Gegenteil möglich. Testdurchführung außerhalb des Temperaturbereichs von 15–30 °C sowie Kontamination der Reagenzfelder durch Berühren können die Farbreaktion beeinflussen.
(Nur zur Nutzung in der professionellen In-vitro-Diagnostik vorgesehen. Nur für medizinisches Fachpersonal oder vom Arzt autorisierte Personen zu verwenden.)
Dieses Produkt ist ausschließlich für die Nutzung in der professionellen In‑vitro‑Diagnostik vorgesehen. Die Durchführung und Interpretation des Tests erfolgt durch medizinisches Fachpersonal oder durch eine ärztlich autorisierte Person. Eine Anwendung im häuslichen Umfeld ist nur unter ärztlicher Anleitung zulässig. Eine eigenständige Nutzung durch medizinische Laien ohne fachliche Anleitung ist nicht vorgesehen.
