Die Roche Combur 10 Urinteststreifen gehören zur umfassendsten Variante der bewährten Combur-Testreihe. Mit zehn gleichzeitig erfassten Parametern eignen sie sich für die orientierende Urindiagnostik bei Verdacht auf Harnwegsinfektionen, Nieren- und Leberfunktionsstörungen sowie Stoffwechselveränderungen. Die Teststreifen sind für den professionellen Einsatz in Arztpraxen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Laboren entwickelt.
Charakteristisch für Combur 10 ist der dreischichtige Aufbau: Die Reagenzfelder sind chemisch voneinander getrennt auf einer stabilen Trägerfolie angebracht und durch ein Jodatimprägniertes Nylonnetz abgedeckt. Diese Netzschicht sorgt für eine gleichmäßige Probenverteilung, eine homogene Farbentwicklung und neutralisiert gleichzeitig störende Ascorbinsäure-Konzentrationen im Urin – ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen anderen Urinteststreifen.
Die Auswertung erfolgt visuell anhand der farbechten Vergleichsskala auf dem Röhrchen. Ein Analysegerät wird nicht benötigt. Die 100-Stück-Packung ist für Einrichtungen mit regelmäßigem Testbedarf ausgelegt.
| Produktname | Roche Combur 10 – 100 Teststreifen |
| Produkttyp | Urinteststreifen zur visuellen Auswertung |
| Hersteller | Roche Diagnostics (Mannheim, Deutschland) |
| Zweckbestimmung | Semiquantitative Bestimmung von zehn Urinparametern |
| Parameter (10) | GLU, PRO, pH, NIT, KET, UBG, BIL, BLD, LEU, SG |
| Vitamin-C-Entstörung | Ja – Jodat-imprägnierte Netzschicht |
| Aufbau | Dreischichtig: Trägerfolie, Reagenzfelder, Nylonnetz |
| Reaktionszeit | 60–120 Sekunden (parameterabhängig) |
| Auswertung | Visuell anhand Farbskala am Röhrchen |
| Packungsgröße | 100 Teststreifen |
| Lagerung | 15–30 °C, trocken, lichtgeschützt |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| Artikelnummer | 04510062171 |
| EAN | 04015630019069 |
| CE-Kennzeichnung | CE 0123 |
| Konformität | IVD-Richtlinie 98/79/EG |
| Kürzel | Parameter | Klinischer Hinweis bei Auffälligkeit |
|---|---|---|
| GLU | Glukose | Möglicher Hinweis auf Diabetes mellitus oder Nierenerkrankung |
| PRO | Protein (Eiweiß) | Verdacht auf Nierenerkrankung oder Proteinurie |
| pH | pH-Wert | Säure-Basen-Haushalt; wiederholt alkalischer Wert verdächtig auf HWI |
| NIT | Nitrit | Hinweis auf gramnegativen Bakterienbefall (z. B. E. coli, Klebsiella) |
| KET | Keton | Fettstoffwechselstörung, Ketoazidose, unzureichende Kohlenhydratzufuhr |
| UBG | Urobilinogen | Erhöhte Werte: Hinweis auf Leberfunktionsstörung oder hämolytische Anämie |
| BIL | Bilirubin | Normalerweise nicht nachweisbar; jeder positive Befund abklärungswürdig |
| BLD | Blut/Erythrozyten | Hämaturie, Hämoglobinurie, Myoglobinurie – immer weiter abklären |
| LEU | Leukozyten | Entzündungszeichen – Harnwegsinfektion, Pyelonephritis |
| SG | Spezifisches Gewicht | Konzentrationsfähigkeit der Nieren; Hinweis auf Dehydratation oder Polyurie |
Hinweise: Röhrchen nach Entnahme sofort wieder verschließen. Prüftemperatur: 15–30 °C. Teststreifen für Einmalgebrauch – nicht wiederverwenden.
| Produkt | Parameteranzahl | Besonderheit |
|---|---|---|
| Combur 3 | 3 | Basis-Screening: GLU, PRO, pH |
| Combur 5 HC | 5 | HWI-fokussiert: GLU, PRO, NIT, BLD, LEU |
| Combur 7 | 7 | Erweitertes Screening ohne SG |
| Combur 9 | 9 | Vitamin-C-Entstörung, Netzschicht – ohne SG |
| Combur 10 | 10 | Vollständige Urinanalyse inkl. spezifischem Gewicht |
Die Netzschicht übernimmt zwei Aufgaben gleichzeitig: Sie verteilt die Urinprobe gleichmäßig über das Reagenzfeld – das fördert eine homogene Farbentwicklung und verbessert die Ablesbarkeit. Das eingearbeitete Jodat oxidiert vorhandene Ascorbinsäure und neutralisiert so deren störende Wirkung auf die Glukose- und Blut-Testfelder. Bei etwa 20 % aller Urinproben ist die Vitamin-C-Konzentration klinisch relevant erhöht; ohne Entstörung wären bei diesen Proben falsch-negative Ergebnisse möglich.
Der Nitrit-Nachweis setzt voraus, dass nitritbildende Bakterien (z. B. E. coli, Klebsiella, Proteus) im Urin vorhanden sind und ausreichend Zeit hatten, Nitrat zu Nitrit umzuwandeln – mindestens vier Stunden Verweildauer in der Blase. Wurde die Probe tagsüber entnommen oder war der Urin durch große Trinkmengen stark verdünnt, kann der Test trotz tatsächlicher Infektion negativ ausfallen. Zudem produzieren Staphylokokken, Enterokokken und Pseudomonaden kein oder nur wenig Nitrit. Ein negatives Nitrit-Ergebnis schließt daher einen Harnwegsinfekt nicht aus – die Kombination aus Leukozyten-Befund und klinischen Symptomen ist entscheidend.
Morgenurin hat in der Regel die höchste Konzentration an Bakterien, Leukozyten und anderen diagnostisch relevanten Substanzen, da er mehrere Stunden in der Blase verweilt. Für den Nitrit-Nachweis ist eine Verweildauer von mindestens vier Stunden erforderlich, damit Bakterien ausreichend Nitrit bilden können. Bei stark verdünntem Tagesurin kann die Nachweisgrenze einzelner Parameter unterschritten werden.
Die Ablesung erfolgt in zwei Schritten: Nach genau 60 Sekunden werden Glukose, Keton, pH-Wert und Nitrit abgelesen. Nach 120 Sekunden folgen Protein, Blut, Bilirubin, Urobilinogen, Leukozyten und spezifisches Gewicht. Die Farbreaktionen sollten im Tageslicht oder unter neutraler Beleuchtung mit der aufgedruckten Farbskala verglichen werden. Ein zu frühes oder zu spätes Ablesen kann zu falschen Ergebnissen führen.
Das Blut-Testfeld erfasst auch Mikrohämaturien, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind – die Nachweisgrenze liegt bei etwa 10 Erythrozyten pro Mikroliter. Intakte Erythrozyten erscheinen als grüne Einzelpunkte im Testfeld, während Hämoglobin nach Erythrozytenlyse zu einer flächigen Grünfärbung führt. Jeder positive Blut-Befund ist unabhängig von der Urinfarbe abklärungswürdig.
Die häufigsten Fehlerquellen bei der Anwendung von Urinteststreifen sind: eine Urinprobe, die länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur gestanden hat (Hämolyse, Bakterienwachstum, pH-Verschiebung); eine Probe, die nicht auf Zimmertemperatur gebracht wurde (z. B. direkt aus dem Kühlschrank); ein zu langes Eintauchen des Streifens; ein zu frühes oder zu spätes Ablesen der Farbreaktion; sowie schlechte Beleuchtung beim Farbvergleich. Bestimmte Medikamente – etwa Nitrofurantoin, Tetracyclin oder Cephalexin – können ebenfalls einzelne Parameter beeinflussen. Bei klinisch unpassenden Ergebnissen sollte die Untersuchung mit einer frischen Probe wiederholt werden.
Ja. Der Einsatz von Urinteststreifen in der patientennahen Sofortdiagnostik (POCT) unterliegt in Deutschland den Qualitätssicherungsanforderungen der Richtlinie der Bundesärztekammer (RiliBÄK). Das bedeutet, dass regelmäßige interne Qualitätskontrollen mit einem geeigneten Kontrollmaterial (z. B. Kova Liqua-Trol) durchgeführt und dokumentiert werden müssen. Die Kontrollmessungen sollen sicherstellen, dass die Teststreifen einwandfrei funktionieren und korrekte Ergebnisse liefern.
Der hier angebotene Combur 10 Test ist ausschließlich für die manuelle, visuelle Auswertung anhand der Farbskala vorgesehen. Für die automatisierte Auswertung mit dem Roche Urisys 1100 existiert eine eigene Variante (Combur 10-Test UX), die speziell für dieses Gerät abgestimmt ist und nicht mit dem visuellen Test austauschbar ist.
(Nur zur Nutzung in der professionellen In-vitro-Diagnostik vorgesehen. Nur für medizinisches Fachpersonal oder vom Arzt autorisierte Personen zu verwenden.)
Dieses Produkt ist ausschließlich für die Nutzung in der professionellen In‑vitro‑Diagnostik vorgesehen. Die Durchführung und Interpretation des Tests erfolgt durch medizinisches Fachpersonal oder durch eine ärztlich autorisierte Person. Eine Anwendung im häuslichen Umfeld ist nur unter ärztlicher Anleitung zulässig. Eine eigenständige Nutzung durch medizinische Laien ohne fachliche Anleitung ist nicht vorgesehen.
