Der Roche Micral-Test ist der früheste klinisch verfügbare Marker für eine beginnende Nierenschädigung: Er erkennt bereits kleinste Mengen Albumin im Urin – ab einem Cut-off von 20 mg/l – und damit in einem Konzentrationsbereich, der mit herkömmlichen Combur-Teststreifen nicht erfasst wird. Dieser Zustand, als Mikroalbuminurie bezeichnet, tritt häufig Jahre vor klinisch sichtbaren Nierenschäden auf und ist der früheste Hinweis auf eine diabetische oder hypertensive Nephropathie sowie auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
Das immunologische Testprinzip unterscheidet Micral-Test grundlegend von herkömmlichen Combur-Teststreifen: Antikörper auf dem Testfeld binden spezifisch Human-Albumin aus der Urinprobe. Die daraus resultierende Enzym-Farbreaktion ist proportional zur Albuminkonzentration und ermöglicht eine semiquantitative Auswertung in vier Stufen (0 / 20 / 50 / 100 mg/l) durch visuellen Vergleich mit der Farbskala auf dem Röhrchen. Das Ergebnis liegt nach 60 Sekunden vor und ist bis zu 5 Minuten stabil.
Der Micral-Test richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal und ist für den Einsatz in Arztpraxen, diabetologischen Schwerpunktpraxen, nephrologischen Zentren und klinischen Laboren vorgesehen. Aufgrund der temperaturempfindlichen Reagenzien ist eine Lagerung bei 2–8 °C zwingend erforderlich. Leitlinien empfehlen, Patienten mit Typ-2-Diabetes ab Diagnosestellung und Patienten mit Typ-1-Diabetes ab dem 5. Jahr nach Diagnose mindestens einmal jährlich auf Mikroalbuminurie zu untersuchen.
| Produktname | Roche Micral-Test Microalbumin Urinteststreifen |
| Hersteller | Roche Diagnostics (Mannheim, Deutschland) |
| Zweckbestimmung | Semiquantitativer immunologischer Nachweis von Albumin im Urin |
| Parameter | Albumin (Mikroalbuminurie) |
| Nachweisbereich | 0–100 mg/l (Cut-off: 20 mg/l) |
| Messstufen | 0 / 20 / 50 / 100 mg/l |
| Testprinzip | Immunologischer Festphasenenzymtest (Anti-Human-Albumin-Antikörper) |
| Reaktionszeit | 60 Sekunden |
| Ablesefenster | Bis zu 5 Minuten nach Reaktionsstart |
| Auswertung | Visuell anhand Farbskala am Röhrchen |
| Packungsgröße | 30 Teststreifen im wiederverschließbaren Röhrchen |
| Lagerung | 2–8 °C, trocken, lichtgeschützt (Kühlware) |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| MDR-Risikoklasse | IIa |
| CE-Kennzeichnung | CE 0123 |
| Artikelnummer | 11544039171 |
| EAN | 04015630001729 |
Empfohlenes Probenmaterial: Erster Morgenurin nach dem Aufstehen – er liefert die zuverlässigsten Ergebnisse, da er nicht durch Tagesaktivitäten beeinflusst wird. Intensive körperliche Belastung am Vortag ist zu vermeiden, da sie die Albuminausscheidung vorübergehend erhöhen kann.
Hinweis: Zur Diagnosestellung einer persistierenden Mikroalbuminurie sind mindestens zwei positive Ergebnisse aus zwei – bei widersprüchlichen Befunden drei – Urinproben an verschiedenen Tagen erforderlich. Nur zur In-vitro-Diagnostik durch medizinisches Fachpersonal.
Gesunde Nieren halten Albumin nahezu vollständig im Blut zurück – weniger als 20 mg/l gelangen in den Urin. Eine Mikroalbuminurie liegt vor, wenn dauerhaft 20–300 mg/l Albumin ausgeschieden werden. Das ist ein frühes Zeichen dafür, dass der Nierenfilter – die sogenannte glomeruläre Barriere – durch erhöhten Blutdruck oder zu hohen Blutzucker geschädigt wird. Entscheidend: In diesem Stadium ist die Nierenschädigung noch behandelbar. Wird die Mikroalbuminurie erst erkannt, wenn der reguläre Combur-Test auf Protein anschlägt, ist die Albuminausscheidung bereits auf über 300 mg/l gestiegen – ein Stadium, in dem deutliche Schäden bereits eingetreten sind.
Herkömmliche Combur-Teststreifen reagieren auf Protein erst ab einer Konzentration von etwa 150–300 mg/l und sind damit zu unempfindlich für eine Mikroalbuminurie. Der Micral-Test nutzt ein immunologisches Verfahren mit spezifischen Anti-Human-Albumin-Antikörpern und erkennt bereits ab 20 mg/l – also weit unterhalb der Nachweisgrenze konventioneller Teststreifen. Dieser Cut-off entspricht genau der klinisch relevanten Grenze, ab der von einer Mikroalbuminurie gesprochen wird.
Leitlinien empfehlen das regelmäßige Screening auf Mikroalbuminurie vor allem für Patienten mit Typ-2-Diabetes ab Diagnosestellung, Patienten mit Typ-1-Diabetes ab dem 5. Jahr nach Diagnose sowie für alle Patienten mit arterieller Hypertonie. Bei positivem Befund sollte die Untersuchung vierteljährlich wiederholt werden. Auch bei Personen mit metabolischem Syndrom kann die Mikroalbuminurie als früher Marker für kardiovaskuläre Risiken und endotheliale Dysfunktion relevant sein – unabhängig von einer Nierenerkrankung.
Ein einzelnes positives Ergebnis ist noch keine Diagnose. Die Albuminausscheidung unterliegt natürlichen Schwankungen von bis zu 40 % und kann durch intensive körperliche Belastung, Harnwegsinfekte, Fieber oder akute Erkrankungen vorübergehend erhöht sein. Zur Diagnose einer persistierenden Mikroalbuminurie sind mindestens zwei positive Ergebnisse aus zwei – bei widersprüchlichen Befunden aus drei – Urinproben an verschiedenen Tagen erforderlich. Ein auffälliger Befund sollte daher immer mit dem behandelnden Arzt besprochen und zeitversetzt wiederholt werden.
Der Micral-Test ist ein semiquantitativer Schnelltest, der vier Konzentrationsstufen (0 / 20 / 50 / 100 mg/l) unterscheidet und das Ergebnis in einer Minute am Point-of-Care liefert – ohne Laborinfrastruktur. Die quantitative Labormethode (z. B. Tina-quant ALB-T auf einem cobas c-System) liefert exakte numerische Messwerte und gilt als Goldstandard. Roche gibt für den Micral-Test eine Übereinstimmung von 95 % bei negativen und 92 % bei positiven Befunden mit der quantitativen Methode an. Für das Screening und orientierende Diagnostik in der Praxis bietet der Micral-Test damit eine zuverlässige und deutlich schnellere Alternative.
Der Teststreifen enthält biologisch aktive Antikörper und Enzymreagenzien, die bei höheren Temperaturen ihre Aktivität verlieren. Eine Lagerung außerhalb des Kühlschranks führt zu verminderter Nachweisempfindlichkeit und kann falsch-negative Ergebnisse verursachen. Vor der Verwendung muss der Teststreifen auf Raumtemperatur gebracht werden – direktes Testen aus dem Kühlschrank kann die Farbreaktion beeinflussen. Das Röhrchen ist nach Entnahme eines Streifens sofort wieder zu verschließen, um Feuchtigkeitseintrag zu vermeiden.
Ja. Eine akute Harnwegsinfektion, Fieber oder intensive körperliche Belastung können die Albuminausscheidung vorübergehend erhöhen und zu falsch-positiven Ergebnissen führen. In diesen Fällen sollte die Testung verschoben oder das Ergebnis nach Abklingen der Erkrankung wiederholt werden. Bestimmte Kalziumkanalblocker können die Albuminausscheidung erhöhen, während ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten sie senken können – beides kann das Testergebnis beeinflussen. Bei Verdacht auf Interferenzen sollte die Urinprobe im Labor quantitativ analysiert werden.
☝ Kühlware ! ☝
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(Nur zur Nutzung in der professionellen In-vitro-Diagnostik vorgesehen. Nur für medizinisches Fachpersonal oder vom Arzt autorisierte Personen zu verwenden.)
Dieses Produkt ist ausschließlich für die Nutzung in der professionellen In‑vitro‑Diagnostik vorgesehen. Die Durchführung und Interpretation des Tests erfolgt durch medizinisches Fachpersonal oder durch eine ärztlich autorisierte Person. Eine Anwendung im häuslichen Umfeld ist nur unter ärztlicher Anleitung zulässig. Eine eigenständige Nutzung durch medizinische Laien ohne fachliche Anleitung ist nicht vorgesehen.
