Der Roche Micral-Test, im Handel auch als Micral-Test II geführt, weist kleinste Mengen Albumin im Urin nach, lange bevor ein normaler Urinteststreifen Eiweiß anzeigt. Diese Mikroalbuminurie ist ein frühes Zeichen dafür, dass die Nieren durch Diabetes oder Bluthochdruck Schaden nehmen, und zugleich ein Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Wird sie früh erkannt, lässt sich gegensteuern.
Der Teststreifen arbeitet immunologisch und reagiert gezielt auf menschliches Albumin. Er wird fünf Sekunden in den Urin getaucht und nach einer Minute an der Farbskala des Röhrchens abgelesen: negativ oder eine von drei Konzentrationsstufen. Ein Messgerät ist nicht nötig. Im Methodenvergleich von Roche mit dem Laborverfahren stimmten die Ergebnisse bei negativen wie positiven Proben in über neun von zehn Fällen überein.
Eingesetzt wird der Micral-Test in Hausarzt- und diabetologischen Praxen, in der Nephrologie und im Labor, typischerweise bei der regelmäßigen Kontrolle von Patienten mit Diabetes oder Hypertonie. Die Packung enthält 30 Teststreifen im wiederverschließbaren Röhrchen und wird gekühlt gelagert.
| Parameter | Albumin im Urin (Mikroalbuminurie) |
| Testart | Immunologischer, semiquantitativer Teststreifen (Antikörper-Gold-Konjugat) |
| Ergebnisstufen | Negativ, 20, 50, 100 mg/l |
| Referenzwert | Unter 20 mg/l |
| Nachweisgrenze | 15–30 mg/l |
| Probenmaterial | Urin, empfohlen wird der erste Morgenurin |
| Eintauchzeit | 5 Sekunden |
| Ablesezeit | Nach 1 Minute; die Farbe kann weitere 5 Minuten verglichen werden |
| Übereinstimmung mit Labormethode | 95 % bei negativen, 92 % bei positiven Proben (Tina-quant Albumin, 463 Proben, Herstellerangabe) |
| Auswertung | Visuell anhand der Farbskala auf dem Röhrchen |
| Lagerung | 2–8 °C |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| Packungsinhalt | 30 Teststreifen im Röhrchen |
| Kennzeichnung | In-vitro-Diagnostikum, CE-gekennzeichnet |
| Hersteller | Roche Diagnostics GmbH, Mannheim |
Maßgeblich ist das Methodenblatt des Herstellers.
Das Eiweißfeld üblicher Urinteststreifen spricht erst bei deutlich höheren Konzentrationen an. Der Micral-Test erfasst Albumin bereits ab etwa 20 mg/l. Umgekehrt gilt laut Roche: Zeigt der Combur-Test schon eine Proteinurie über 200 mg/l, ist der Micral-Test meist überflüssig.
Nicht nach einem einzelnen Test. Laut Methodenblatt gilt der Befund als positiv, wenn mindestens zwei von drei getesteten Morgenurinen 20 mg/l oder mehr anzeigen. Ein positives Ergebnis sollte mit einer quantitativen Labormethode bestätigt werden; Diagnose und Therapie stützen sich nie allein auf den Teststreifen.
Er ist am wenigsten von körperlicher Aktivität und Trinkmenge beeinflusst. Zufallsurin im Tagesverlauf liefert laut Hersteller wahrscheinlich etwas höhere Werte.
Roche nennt als mögliche Ursachen falsch negativer Ergebnisse hohe Konzentrationen von Ascorbinsäure (Vitamin C), Ofloxacin und Salicylursäure. Falsch erhöhte Ergebnisse sind möglich bei Blut im Urin, Bence-Jones-Protein sowie sehr hohen Konzentrationen von Harnsäure, Harnstoff oder Ammoniak. Bei stark bilirubinhaltigem Urin ist wegen der Eigenfarbe kein gültiges Ergebnis möglich.
Ja, im Kühlschrank bis zu zwei Wochen. Vor dem Test muss der Urin mindestens 10 °C erreicht haben, sonst ist die Farbreaktion beeinträchtigt.
Nein. Im Handel und in der Apotheke wird der Test häufig als Micral-Test II geführt, Roche bezeichnet ihn im Methodenblatt als Micral-Test. Es handelt sich um dieselben Teststreifen.
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