Das Monofilament Typ 1 von ratiomed ist ein einfaches, kostengünstiges und standardisiertes Diagnoseinstrument zum Screening der diabetischen peripheren Neuropathie (DPN) in der Arztpraxis. Es entspricht dem international anerkannten Semmes-Weinstein-Standard: Der kalibrierte Nylonfaden knickt bei einem definierten Aufdruckdruck von 10 Gramm ab – ein gesunder Patient sollte diesen Druck spüren, ein Neuropathie-Patient häufig nicht.
Diabetiker sollten laut Fachgesellschaften mindestens einmal jährlich auf Neuropathie untersucht werden, da eine gestörte Schutzempfindung am Fuß das Risiko für Druckstellen, Ulzera und in der Folge Amputationen erheblich erhöht. Der Monofilamenttest ist dabei ein anerkanntes Screeningverfahren: nicht-invasiv, schmerzlos, innerhalb weniger Minuten durchführbar und ohne Zusatzgeräte nutzbar. Er ergänzt andere neuropathische Untersuchungsmethoden wie die Stimmgabelprüfung nach Rydel-Seiffer.
Das Typ-1-Modell hat eine feststehende, nicht klappbare Bauform (Länge ca. 14,5 cm) und eignet sich für den täglichen Praxisgebrauch in der Allgemeinmedizin, Diabetologie, Inneren Medizin und Podologie.
| Bezeichnung | Monofilament Typ 1, Standard, feststehend |
| Länge | ca. 14,5 cm |
| Bauform | Feststehend (nicht klappbar) |
| Teststandard | Semmes-Weinstein, 10 g Aufdruckkraft |
| Filamentmaterial | Nylon |
| Indikation | Screening diabetische periphere Neuropathie (DPN) |
| Anwendung | Mehrwegprodukt |
| Marke | ratiomed |
| Hersteller | Zellamed |
Typ 1 hat eine feste, nicht veränderliche Form mit einem stabilen Griff – ideal für den permanenten Einsatz in der Praxis. Typ 2 ist klappbar und lässt sich platzsparend zusammenlegen, was ihn für den mobilen Einsatz (Hausbesuche, Pflegeeinrichtungen) praktischer macht. Die diagnostische Funktion beider Typen ist identisch.
Die diabetische periphere Neuropathie führt zum Verlust der Schutzempfindung an den Füßen. Patienten bemerken Druckstellen, kleine Verletzungen oder beginnende Ulzera häufig nicht rechtzeitig. Der jährliche Monofilamenttest ermöglicht eine frühe Risikoidentifikation und kann damit die Entstehung von diabetischen Fußulzera und in der Folge Amputationen verhindern. Fachgesellschaften empfehlen die jährliche Testung bei allen Diabetikern.
Standardisiert werden mindestens die Großzehe (plantar), das 1. und das 5. Metatarsalköpfchen geprüft. Erweiterte Protokolle umfassen bis zu 10 Testpunkte pro Fuß. Nicht getestet werden sollte über Ulzera, Schwielen, Narben oder nekrotischem Gewebe, da diese Stellen die Druckübertragung verfälschen.
Ein Monofilament verliert mit zunehmender Nutzung seine Kalibrierung. Empfohlen wird ein Austausch nach ca. 10–12 Wochen intensiver Nutzung oder wenn der Faden sichtbare Verformungen, Knicke oder Deformierungen aufweist. Nach jedem Einsatz sollte das Instrument gereinigt und zwischen den Untersuchungen mindestens 24 Stunden ruhen gelassen werden, damit sich der Faden wieder erholt.
Der Monofilamenttest ist ein bewährtes Screeningverfahren, aber kein alleiniges Diagnoseinstrument. Er sollte in Kombination mit der Stimmgabelprüfung nach Rydel-Seiffer (128 Hz) und der klinischen Anamnese eingesetzt werden. Bei positivem Befund ist eine weiterführende neurologische Diagnostik (Nervenleitgeschwindigkeit) angezeigt.
