
Art.Nr.: 04510046040
Der Roche Combur 9 Test zeigt mit einem Streifen, ob im Urin etwas auffällig ist: Leukozyten und Nitrit als Hinweis auf einen Harnwegsinfekt, Eiweiß und Blut für Nieren und Harnwege, Glukose und Keton für den Stoffwechsel, Urobilinogen und Bilirubin für Leber und Galle, dazu der pH-Wert. Abgelesen wird nach einer Minute mit dem Auge an der Farbskala des Röhrchens, ein Gerät ist nicht nötig.
Die Testfelder für Blut und Glukose sind gegen Vitamin C geschützt. Ascorbinsäure im Urin, etwa nach Einnahme von Präparaten oder Fruchtsäften, schwächt auf einfachen Streifen genau diese beiden Reaktionen ab. Beim Combur-Test hat Roche bis zu hohen Konzentrationen keine Störung festgestellt, sodass eine Hämaturie oder Glukosurie nicht übersehen wird. Die Felder liefern abgestufte Ergebnisse, bei Eiweiß, Glukose und Keton direkt in mg/dl.
Die Packung mit 100 Teststreifen ist für Praxen, Stationen und Labore mit regelmäßigem Bedarf gedacht. Das Trockenmittel sitzt im Stopfen des Röhrchens; im verschlossenen Originalröhrchen bleiben die Streifen bis zum Verfalldatum verwendbar, auch wenn das Röhrchen bereits angebrochen ist.
| Produkttyp | Urinteststreifen zur visuellen Ablesung, qualitativ und semiquantitativ |
| Parameter | pH, Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose, Keton, Urobilinogen, Bilirubin, Blut (Erythrozyten/Hämoglobin) |
| Probenmaterial | Frischer, unzentrifugierter Urin, empfohlen Mittelstrahlurin; höchstens 2 Stunden alt |
| Eintauchzeit | Etwa 1 Sekunde |
| Ablesezeit | Nach 60 Sekunden; Leukozytenfeld bei unklarem Ergebnis bis 120 Sekunden |
| Vitamin-C-Entstörung | Keine Störung durch Ascorbinsäure bis 750 mg/l (Glukose) und 500 mg/l (Blut) |
| Einsatzbedingungen | 18–32 °C, 30–80 % relative Luftfeuchtigkeit |
| Lagerung | 2–30 °C im Originalröhrchen; nach Entnahme sofort fest verschließen |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
| Packungsinhalt | 100 Teststreifen im Röhrchen |
| Produktart | In-vitro-Diagnostikum, CE-gekennzeichnet |
| Anwenderkreis | Medizinisches Fachpersonal, patientennahe Labordiagnostik; nicht zur Selbstanwendung. Eine spezielle Schulung ist laut Hersteller nicht erforderlich. |
| Einsatzumgebung | Arztpraxen, Krankenstationen und vergleichbare nicht kritische Gesundheitseinrichtungen |
| Qualitätskontrolle | Positiv- und Negativkontrolle mindestens bei Anbruch eines neuen Röhrchens; geltende Richtlinien zur Qualitätssicherung beachten |
| Hersteller | Roche Diagnostics GmbH, Mannheim |
| Testfeld | Hinweis auf | Stufen der Farbskala | Nachweisgrenze |
| Leukozyten (LEU) | Entzündung der Harnwege | neg., ca. 10–25, ca. 75, ca. 500 Leu/µl (1+ bis 3+) | 5–20 Leu/µl |
| Nitrit (NIT) | Nitritbildende Bakterien | neg., pos. | 0,03–0,09 mg/dl |
| Protein (PRO) | Nierenerkrankung | neg., 30, 100, 500 mg/dl (1+ bis 3+) | 10–18 mg/dl |
| Blut (ERY/Hb) | Hämaturie, Hämoglobinurie | neg., ca. 5–10, ca. 25, ca. 50, ca. 250 Ery/µl (1+ bis 4+) | 3–7 Ery/µl |
| Glukose (GLU) | Diabetes mellitus | norm., 50, 100, 300, 1000 mg/dl (1+ bis 4+) | 25–45 mg/dl |
| Keton (KET) | Stoffwechselentgleisung, Fasten | neg., 10, 50, 150 mg/dl (1+ bis 3+) | 4–8 mg/dl |
| Urobilinogen (UBG) | Lebererkrankung, Hämolyse | norm., 1, 4, 8, 12 mg/dl (1+ bis 4+) | 1,0–1,6 mg/dl |
| Bilirubin (BIL) | Lebererkrankung, Gallenstau | neg., 1, 3, 6 mg/dl (1+ bis 3+) | 0,2–0,6 mg/dl |
| pH-Wert | Säure-Basen-Lage des Urins | 5, 6, 7, 8, 9 | – |
Angaben laut Methodenblatt des Herstellers. Die Nachweisgrenze ist die Konzentration, bei der mindestens 90 % der untersuchten Proben positiv reagieren.
| Teststreifen | Testfelder |
| Combur 10 Test | Wie Combur 9, zusätzlich spezifisches Gewicht |
| Combur 9 Test | pH, Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose, Keton, Urobilinogen, Bilirubin, Blut |
| Combur 7 Test | pH, Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose, Keton, Blut |
| Combur 6 Test | Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose, Urobilinogen, Blut |
| Combur 5 Test | Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose, Blut |
| Combur 4 Test N | pH, Nitrit, Protein, Glukose |
| Combur 3 Test | pH, Protein, Glukose |
| Combur 3 Test E | Protein, Glukose, Blut |
| Combur 2 Test LN | Leukozyten, Nitrit |
Maßgeblich ist das Methodenblatt des Herstellers.
Die Plus-Zeichen stehen für die Konzentrationsstufen der Farbskala. Bei Leukozyten entspricht 1+ etwa 10–25, 2+ etwa 75 und 3+ etwa 500 Leukozyten pro Mikroliter. Bei Protein stehen 1+, 2+ und 3+ für 30, 100 und 500 mg/dl. Die Stufen aller Felder zeigt die Tabelle „Ergebnisstufen und Nachweisgrenzen".
Laut Methodenblatt stört Ascorbinsäure das Glukosefeld bis 750 mg/l und das Blutfeld bis 500 mg/l nicht. Erst oberhalb dieser Konzentrationen sind falsch niedrige oder falsch negative Ergebnisse möglich. Nitrit bleibt bis 1000 mg/l, Bilirubin bis 750 mg/l unbeeinflusst.
Aus drei Gründen. Der Urin muss 4 bis 8 Stunden in der Blase gewesen sein, damit Bakterien genug Nitrit bilden. Einige Erreger wie Enterokokken und Staphylokokken, die 5 bis 15 % der Harnwegsinfekte verursachen, bilden kein Nitrit. Und starkes Trinken mit häufigem Wasserlassen oder nitratarme Ernährung senken den Nitritgehalt. Ein negatives Feld schließt einen Infekt deshalb nicht aus.
Bei Frauen kann das Blutfeld von 3 Tagen vor bis 3 Tage nach der Periode verfälscht sein. Nach intensiver körperlicher Belastung wie Joggen können Erythrozyten und Protein erhöht sein, ohne dass eine Erkrankung vorliegt. Für das Nitritfeld sollte eine Antibiotikatherapie laut Hersteller 3 Tage vor dem Test unterbrochen werden.
Nein. Der Combur 9 Test ist für die visuelle Ablesung bestimmt. Für die Auswertung am Urisys 1100 sieht Roche den Combur 10 Test UX vor.
Im Originalröhrchen bis zum aufgedruckten Verfalldatum, wenn es nach jeder Entnahme sofort wieder fest verschlossen wird. Bleibt das Röhrchen offen, können Feuchtigkeit und Stickoxide aus der Luft die Testfelder verfärben. Das Trockenmittel im Stopfen darf nicht entfernt werden.
Roche empfiehlt, mindestens beim Anbruch eines neuen Röhrchens eine Positiv- und eine Negativkontrolle zu messen. Als geeignetes Kontrollmaterial nennt das Methodenblatt Bio-Rad Liquichek Urinalysis Control, KOVA-Trol und KOVA Liqua-Trol. Die Kontrollintervalle richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Labors und den geltenden Richtlinien.