
Art.Nr.: 110051
Der Warm-Kalt-Stick von Zellamed ist ein kompaktes Prüfinstrument zur Beurteilung des Temperaturempfindens – ein Standardtest in der Diagnostik der diabetischen Polyneuropathie und des diabetischen Fußsyndroms. Das Funktionsprinzip beruht auf unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten: Eine Stirnfläche besteht aus Kunststoff, die andere aus Metall. Kunststoff wird bei Raumtemperatur als relativ warm, Metall als kalt empfunden – ganz ohne Batterien, Kühlung oder Vorbereitung.
Für den Test werden beide Stirnflächen abwechselnd und in unregelmäßiger Folge auf definierte Hautareale aufgesetzt – z. B. auf den Fußrücken beim Diabetes-Fuß-Screening – und der Patient wird nach seiner Empfindung befragt. Kann der Patient den Unterschied zwischen warm und kalt nicht zuverlässig benennen, ist das ein Hinweis auf eine gestörte Thermorezeption im Rahmen einer peripheren Neuropathie. Das Instrument ist Teil des Standardrepertoires neben Stimmgabel und Monofilament.
| Funktion | Prüfung des Temperaturempfindens (Thermoästhesie) |
| Funktionsprinzip | Unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit von Kunststoff (warm) und Metall (kalt) |
| Stirnflächen | 2, kreisförmig |
| Stromversorgung | Keine – batterielos |
| Anwendung | Mehrwegprodukt |
| Indikation | Diabetische Neuropathie, diabetischer Fuß, Polyneuropathie |
| Hersteller | Zellamed |
| Haltbarkeit | Siehe Verpackung |
Das Funktionsprinzip beruht allein auf den unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten der verwendeten Materialien. Metall leitet Wärme deutlich schneller ab als Kunststoff – dadurch fühlt sich die Metallfläche bei Raumtemperatur kälter an, obwohl beide Flächen dieselbe Temperatur haben. Dieser physikalische Effekt ist bei Raumtemperaturen bis ca. 23 °C zuverlässig reproduzierbar.
Der Kalt-Warm-Test ist fester Bestandteil der Neuropathiediagnostik – insbesondere beim diabetischen Fußsyndrom, wo die Temperaturdiskrimination regelmäßig geprüft wird. Darüber hinaus kommt er bei allen Formen peripherer Polyneuropathie zum Einsatz, z. B. durch Alkohol, Toxine oder andere Grunderkrankungen sowie bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose.
Kann der Patient warm und kalt nicht zuverlässig unterscheiden, gilt dies als Hinweis auf eine gestörte Thermorezeption – ein mögliches Zeichen einer sensiblen Neuropathie. Das Ergebnis ist immer im klinischen Kontext zu interpretieren und durch weitere Tests (Stimmgabel, Monofilament, Reflexprüfung) zu ergänzen. Eine alleinige Diagnose auf Basis des Kalt-Warm-Tests ist nicht ausreichend.
Die Standarddiagnostik des diabetischen Fußes umfasst neben dem Kalt-Warm-Test den Stimmgabeltest nach Rydel-Seiffer (Vibrationsempfinden), das Monofilament (Druckempfinden / Schutzempfindung) sowie den Pinprick-Test (Schmerzempfinden). Alle vier Tests zusammen ermöglichen eine differenzierte Beurteilung der verschiedenen sensiblen Nervenfaserqualitäten.
Ja. Als Mehrwegprodukt ist der Warm-Kalt-Stick zur Wischdesinfektion mit handelsüblichen Flächendesinfektionsmitteln geeignet. Direkte Patientenkontakt- flächen sollten nach jeder Anwendung desinfiziert werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.